Schmerzen am ganzen Körper – ohne Befund: Die Fibromyalgie

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie bedeutet Muskel-Faser-Schmerz. Patienten, die unter einem Fibromyalgie-Syndrom leiden, empfinden Schmerzen in der Muskulatur und an den Sehnenansätzen des ganzen Körpers. Kennzeichnend ist, dass die Schmerzen großflächig und an wechselnden Orten in der Muskulatur im Bereich der Gelenke auftauchen. An bestimmten Stellen (sog. Tenderpoints) kommt es typischerweise zu einer Druckschmerzempfindlichkeit. Diese Erkrankung des Halte- und Bewegungsapparates verläuft oft chronisch. Um die Diagnose zu stellen, muss der Schmerz über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten bestehen. Kennzeichnend für diese Erkrankung sind auch andere Begleitsymptome wie z. B. Müdigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationsschwächen, Morgensteifigkeit, Reizdarm oder depressive Stimmungen. Beim Fibromyalgie-Syndrom handelt es sich nicht um eine entzündliche Schmerzerkrankung, d. h. es ist kein Rheuma. Beim Rheuma sind die Entzündungswerte im Blut erhöht. Das ist bei Fibromyalgie nicht der Fall. Leider wird das Fibromyalgie-Syndrom mitunter als Weichteilrheumatismus fehldiagnostiziert, was zu falschen Behandlungen führt.


Wie wird das Fibromyalgie-Syndrom behandelt?

Bisher kann man diese Schmerzerkrankung nicht heilen, doch man kann die Beschwerden lindern. Diagnose und Behandlung sollten durch einen erfahrenen Arzt erfolgen, der sich mit Schmerzen auskennt. Empfohlen wird eine kombinierte Behandlung aus Bewegungstherapie, physikalischer Therapie, Medikamenten (z. B. Antidepressiva, niedrig dosiert), Entspannungsverfahren (z. B. Progressive Muskel-Entspannung) und unter Umständen eine Verhaltenstherapie. Bis zur Diagnose eines Fibromyalgie-Syndroms vergehen oft wertvolle Jahre, was für den Betroffenen eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität bedeutet. Deshalb ist es zu Anfang einer Therapie sehr wichtig, sich fundierte Informationen zu beschaffen. Aufklärung  und Akzeptanz dieser chronischen Schmerzerkrankung sind besonders wichtig. Ziel ist die Verbesserung des Umgangs mit den Beschwerden, d. h. die Anleitung zur aktiven Selbsthilfe.


Warum Antidepressiva?

Oft sind Betroffene skeptisch, wenn man ihnen Antidepressiva als Medikation vorschlägt, weil sie sich nicht als depressiv einschätzen oder die Niedergeschlagenheit eine Folge der Schmerzerkrankung ist. Doch Antidepressiva in niedriger Dosierung sind dazu geeignet, die Schmerzen zu reduzieren. Sie erhöhen die Konzentration an wichtigen Nervenbotenstoffen (Neurotransmitter), die auch an der Schmerzverarbeitung beteiligt sind. Die meisten wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweise gibt es zu dem sog. trizyklischen Antidepressivum Amitriptylin.

 

Was Sie selbst tun können:

Bewegungstraining

Betroffene sollten kontinuierlich ein aerobes Bewegungstraining durchführen. Ob im aeroben Bereich trainiert wird, kann man daran feststellen, dass man sich z. B. beim Laufen noch unterhalten kann und nicht außer Atem ist. Geeignet sind alle Sportarten, bei denen die großen Muskelgruppen gebraucht werden, z. B. Walken, Laufen, Schwimmen, Radfahren. Fitness mit Stoßwirkungen sollte vermieden werden (z. B. Tennis). Man sollte unbedingt darauf achten, sich nicht zu überfordern und nach einem Training einen Tag pausieren. Am besten beginnt man, indem man besser drei Mal täglich zehn Minuten trainiert und dann allmählich das Pensum steigert. Ab insgesamt drei Stunden pro Woche kann von einem Schmerz reduzierenden Effekt ausgegangen werden. Das kontinuierliche Bewegungstraining steigert außerdem das allgemeine Wohlbefinden.


Dehnübungen


In der Krankengymnastik wird durch Dehnübungen die Elastizität der Sehnen und Muskeln verbessert. Darüber hinaus helfen Dehnübungen gegen Muskelschmerzen. Ein Terraband leistet gute praktische Hilfestellungen. Aber auch hier gilt: Maß halten, sich nicht überfordern.


Entspannungstraining

Entspannungstrainings nehmen Einfluss auf das vegetative Nervensystem und stellen im Rahmen der Schmerzbehandlung eine wesentliche Therapie dar. Insbesondere die Progressive Muskel-Entspannung nach E. Jacobson hat sich als wirksam erwiesen. Atem-Entspannung stellt eine weitere Möglichkeit dar. Wichtig ist, dass ein Entspannungstraining dauerhaft durchgeführt wird. Kurze Anwendungen führen meistens nicht zum gewünschten Erfolg.


Erlernen von Schmerzbewältigungsstrategien

Dazu gehört nicht nur ein Entspannungstraining, sondern auch die gedankliche Verarbeitung des Schmerzes spielt eine wesentliche Rolle bei der Schmerzverarbeitung. Wer z. B. zur Schwarz-Weiß-Malerei oder zum Katastrophendenken neigt, steigert – ohne es zu wollen – das Schmerzempfinden. Durch gedankliche Techniken kann man lernen, seine Gedankenwelt neu zu programmieren. Vor allem Patienten, die zusätzlich unter depressiven Verstimmungen leiden, sollten solche Techniken erlernen. Auch mentale Techniken wie die Aufmerksamkeitsumlenkung „weg vom Schmerz“ können die Schmerzempfindung verbessern.


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