Depression - Fragen und Antworten

Hier beantworten wir die 15 wichtigsten Fragen
zum Thema Depression:
 
 
 

1. Was ist eine Depression?

Depressionen gelten unter Experten als Volkskrankheit der Industrienationen. Ca. 20 % der Menschen in Deutschland im Alter zwischen 18 und 65 Jahren leiden unter einer leichten Depression und ca. 7-10 % sind von einer schweren Depression betroffen.

Und diese Zahlen steigen.

Es gibt verschiedene Ursachen, weshalb so viele Menschen von einer Depression betroffen sind: Stress und Überforderung unserer modernen Gesellschaft, das Leistungsdenken, Flexibilität, die rasante gesellschaftliche Veränderung und das Abnehmen stabiler Lebensbedingungen, dies sind einige Beispiele dafür, wie eine Abwärtsspirale des eigenen Lebensgefühls entsteht, die schließlich in einer Depression münden kann.

Gefährlich wird es, wenn man mit den äußeren Bedingungen nicht mehr Schritt halten kann, die Lebensqualität so eingeschränkt wird, dass man an dem Sinn, was man tut und wie man lebt, zu zweifeln beginnt.

Wer an diesem Punkt steht, der sollte sich unbedingt Hilfe holen.


Wer von Depressionen betroffen ist, für den ist es wichtig, zu verstehen, dass Depressionen nichts mit persönlicher Schwäche oder mit Willensschwäche zu tun hat.
Der Betroffene hat keine Schuld an seiner Erkrankung!

Eine Depression ist eine Erkrankung, die jeden treffen kann. Wirklich jeden.
Wichtig ist, dass man sich Hilfe holt.

Eine Depression äußert sich nicht nur in der Stimmungs- und Gefühlswelt. Das Leiden ist sehr viel umfassender:

die Gedanken,
das Verhalten und
das körperliche Befinden
sind in Mitleidenschaft gezogen.


Die Gedanken sind pessimistischer Natur, die negativen Gedanken kreisen oft in den immer gleichen Bahnen. Neue Aspekte, die das Denken aufhellen könnten, werden nicht mit einbezogen.

Es ist ein „Dauernd-Dasselbe-Wiederkäuen“, aus dessen Bahnen der Betroffene sehr schwer wieder heraus findet. Dazu kommen Gedanken um die eigene Schuld und  Selbstvorwürfe, die ein schlechtes, negatives Selbstbild festigen.

So wird nicht nur die eigene Person negativ bewertet, sondern auch die Welt um einen herum und die eigene Zukunft.

Das ständige Grübeln über die gleichen Inhalte verhindert Entscheidungsfindungen, die notwendig wären, um den Alltag zu bewältigen. Gedanken der Ausweglosigkeit und des Suizids können sich aufdrängen und werden als äußerst belastend empfunden.

Die Folge der negativen Gedankenspirale sind starke negative Gefühle und Verhaltensmuster, die in lähmender Passivität münden.

Das Resultat dieser pessimistischen Gedanken sind negative Gefühle.

Das Gefühl der Traurigkeit ist nicht gleich als ein depressives Gefühl zu bewerten, denn sie ist in bestimmten Situationen eine ganz normale und angemessene Reaktion.

Wenn man zum Beispiel eine Trennung von seinem Partner durchlebt, eine Prüfung nicht bestanden hat oder eine nahestehende Person gestorben ist.
Nach einer gewissen Zeit verringert sich die Last dieser Traurigkeit und sie nimmt von alleine wieder ab.

Bei einer Depression verhält sich dies aber anders: die Traurigkeit verstärkt sich mehr und mehr. Sie wird immer stärker als lähmend und bedrückend empfunden.

Jeder erlebt in seinem Leben Phasen von einem geringeren Selbstwertgefühl.
Wenn man in den Strudel der Gedankenspirale gerät, dass man unfähig und wertlos sei, den Alltag nicht richtig bewältigen kann, dann werden die Gefühle der Depression und der Traurigkeit verstärkt. Negatives Denken, also Pessimismus, ist eine Ursache für die depressive Gefühlslage.
Bei manchen Betroffenen kommen auch Angstgefühle zum Erleben dazu, die sich sehr diffus ausdrücken können: man kann nicht genau beschreiben, woher diese Angst kommt. Es wird kaum noch Freude erlebt und das Gefühl der Lustlosigkeit macht sich breit.
Manche Betroffene empfinden eine tiefe Gleichgültigkeit und Gefühlslosigkeit sich selbst und anderen gegenüber. Sie können keine Liebe und Zuneigung gegenüber ihrem Partner, den Kindern, ihren Angehörigen oder Freunden mehr empfinden.

Während einer depressiven Episode ist auch das Verhalten und das Handeln in Mitleidenschaft gezogen. Die Betroffenen neigen dazu, sich passiv zu verhalten und anstehende Dinge aufzuschieben. Sie geben ihre Interessen und Hobbys auf und ziehen sich von ihren Mitmenschen immer mehr zurück. Der Aktionsradius wird immer geringer und sie werden immer passiver.

Am Anfang der Depression versucht der Betroffene noch, seinen Verpflichtungen nachzukommen, er zwingt sich dazu, doch diese Anforderungen werden für ihn immer schwieriger und überfordern ihn. Eigene Bedürfnisse und auch angenehme und ausgleichende Aktivitäten werden mehr und mehr eingestellt.

Aber durch das Reduzieren der eigenen Aktivitäten sinkt das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Das körperliche Befinden bei einer Depression ist gekennzeichnet durch Energielosigkeit. Depressive fühlen sich oft schlapp, müde und kraftlos. Auf der einen Seite besteht ein großes Schlafbedürfnis, andererseits ist der Schlaf oft gestört. Man wacht morgens früh auf, obwohl man noch müde und unausgeschlafen ist. Zusätzlich leiden etliche Betroffene unter Schmerzen, wie Kopf-, Rücken-, Herz- oder Magenschmerzen, ohne dass es einen körperlichen Befund dafür gibt.

Viele von Depressionen Betroffene verlieren an Körpergewicht, da sie keinen Appetit mehr verspüren. In manchen Fällen kann es auch zu einer unerwünschten Gewichtszunahme kommen. Sehstörungen, Schwindel, Druckgefühl in Brust und Hals sind ebenfalls Beispiele dafür, dass das körperliche Gleichgewicht aus dem Lot geraten ist.

Wie Sie sehen, äußern sich Depressionen auf den verschiedenen Ebenen des Erlebens:
im Denken, im Fühlen, im Verhalten und im körperlichen Befinden. Diese Ebenen stehen in enger Verbindung zueinander und verstärken sich im Sinne eines Teufelskreises oder einer Spirale der Depression, aus der die Betroffenen nicht ohne Weiteres einen Ausweg finden können.

Das veränderte Denken gilt als ein wesentlicher Aspekt für das Fühlen und Handeln. Deswegen ist es wichtig, dass Sie lernen, Ihre Gedankenwelt so zu verändern, dass Sie wieder Einfluss auf die verschiedenen Symptome der Depression gewinnen. Doch auch die anderen Ebenen des Erlebens dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Verurteilen Sie sich nicht dafür, dass Sie krank sind!
Bringen Sie sich nicht in eine paradoxe Situation, die unlösbar erscheint, indem Sie Dinge von sich verlangen, die Sie jetzt noch nicht vollkommen erfüllen können und die Ihre depressiven Gefühle nur noch weiter verstärken. Gönnen Sie sich nach einer Anstrengung bewusst eine Pause. Sie müssen den Berg, den Sie vor Ihren Augen sehen, nicht an einem Tag überwinden, sondern können den Aufstieg in kleinen Etappen unternehmen. Auch ganz kleine Schritte führen Sie sicher ans Ziel.

Wer die Botschaft seiner Depression hört und ernst nimmt, kann sein depressives Erleben als Erfahrung nutzen, sodass die Erkrankung einen günstigen Verlauf nehmen kann.
Deshalb ist es wichtig, die Krankheit rechtzeitig zu erkennen und zu lernen, sie zu akzeptieren.

Wer sich zu sehr unter Druck setzt und sich dieser Erfahrung verschließt, läuft Gefahr, sich die notwendige Regeneration, die das gestresste System braucht, nicht zu gestatten.

Depressive Symptome sind demzufolge eine biologisch sinnvolle Reaktion auf eine Überforderung.

 

2. Was unterscheidet ein gewöhnliches Stimmungstief von einer Depression?

Eine Depression ist im Vergleich zu einem gewöhnlichen Stimmungstief sehr viel umfangreicher und tiefgreifender.

Jemand, der sich in einem Stimmungstief befindet, erlebt dies in etwa so: „Ich bin heute nicht so gut drauf, aber das kann ja jedem mal so gehen.“

Jemand, der von einer Depression betroffen ist, erlebt dies grundlegend anders:
er fühlt sich wie von einer Krankheit gefangen, ohne dass er einen Ausweg finden kann. Es ist nicht nur die Stimmung beeinträchtigt, sondern auch das Denken und das Handeln dieser Person ist reduziert.

Bei einem Stimmungstief hat der Betroffene die Einstellung, dass dies bald wieder verschwindet. Bei einer Depression hat der Betroffene die Einstellung, dass er nicht weiß, wie er hier wieder rauskommen soll.

 

3. Wie kann ich feststellen,
wie schwer meine Depression ist?

Um diese Frage effektiv zu beantworten, können Sie hier einen Depressions-Kurzcheck als PDF herunterladen.

Drucken Sie diesen Fragebogen aus und füllen Sie ihn aus.

Das Ergebnis gibt Ihnen einen Anhaltspunkt dafür, ob Sie auf eigene Faust versuchen können, an einer Besserung Ihrer Beschwerden zu arbeiten oder ob Sie zusätzliche professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten.

Wenn Sie einen Gesamtwert erreicht haben, der auf eine mittelgradige oder schwere Depression hinweist, dann empfehle ich Ihnen, einen Psychotherapeuten oder einen Facharzt für Psychiatrie aufzusuchen, da es sinnvoll für Sie ist, eine professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Der Selbsthilfe-Ratgeber gegen Depressionen „Wenn dunkle Wolken die Lebensfreude eintrüben“ ist für Betroffene geschrieben, die eine leichte oder mittelschwere Depression haben.

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Wenn dunkle Wolken die Lebensfreude eintrüben
 
Der Selbsthilfe-Ratgeber gegen Depressionen
Dr. Christina Wiesemann
ISBN 978-3-939306-30-6
14,90 €

Auch wenn Sie eine professionelle Unterstützung zur  Bewältigung Ihrer Depression wahrnehmen, sollten Sie diesen Selbsthilferatgeber gegen Depressionen nutzen und die Anleitung in Absprache mit Ihrem Psychotherapeuten oder Arzt begleitend umsetzen. Bei einer leichten depressiven Episode können Sie versuchen, ohne die Begleitung eines Experten die Anleitungen dieses Selbsthilferatgeber gegen Depressionen zu befolgen. Achten Sie jedoch darauf, die Übungen genau nach den Anleitungen durchzuführen.

 

 

4. Manchmal denke ich an Selbstmord.
Wie soll ich mit solchen Gedanken umgehen?

Selbstmordgedanken bzw. Suizidgedanken sind ein häufiges Symptom einer schweren depressiven Episode und sind auf jeden Fall sehr ernst zu nehmen. Sie sind ein klares Zeichen dafür, dass Sie sich in eine Behandlung begeben sollten, bei einem Psychotherapeuten oder bei einem Arzt, um diese Phase zu überstehen.

Auch wenn Sie manchmal den Gedanken daran haben:
„Eigentlich wäre es für mich und alle anderen das Beste, wenn es mich nicht mehr geben würde“, sollten Sie diese Gedanken als ein Zeichen der Hoffnungslosigkeit und der Hilflosigkeit wahrnehmen. Vielleicht scheint es Ihnen im Moment unmöglich, jemals wieder aus dem dunklen Tal der Depression herauszukommen.

Das, was früher für Sie wichtig und wertvoll war, das, was früher Licht in Ihr Leben gebracht hat, ist momentan durch die dunklen Wolken der Depression vollkommen überschattet.

Aber, eins ist sicher:
hinter den Wolken scheint eine Sonne.

Sie können sie momentan nur nicht sehen,
doch sie ist da!

Es dauert aber noch eine gewisse Zeit, bis die Erkrankung vorübergeht und Sie das Licht, das Ihr Leben erhellt, wieder sehen können. Die Erfahrung bestätigt, dass jede depressive Phase wieder vorübergeht, wenn man sich professionelle Unterstützung holt.

Auch sehr schwere Depressionen sind gut behandelbar, durch eine Psychotherapie, unterstützende Medikamente und viele andere Behandlungsmöglichkeiten, die Sie vielleicht jetzt noch nicht kennen.

Dr Christina WiesemannDie Autorin des Buches

„Wenn dunkle Wolken die Lebensfreude eintrüben –
Der Selbsthilfe-Ratgeber gegen Depressionen“,
Dr. Christina Wiesemann,

hat sehr viele Patienten, die von einer Depression betroffen waren, behandelt und diese Patienten sind im Nachhinein sehr dankbar dafür, dass ihnen geholfen wurde, diese schwere Lebenskrise zu überwinden.

Dadurch können sie wieder am Leben teilnehmen und sich an ihrem Leben erfreuen. Wenn Sie von Selbstmordgedanken bzw. Suizidgedanken betroffen sind, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dass Sie sich überwinden, sich helfen zu lassen. Begeben Sie sich in die Hände eines Spezialisten, eines Psychotherapeuten oder eines Facharztes für Psychiatrie und versuchen Sie, so offen wie möglich, über Ihre quälenden Gedanken zu sprechen.

Wie Sie mit Suizidgedanken umgehen können:

1. Vergegenwärtigen Sie sich, dass Suizidgedanken nicht bedeuten, dass Sie tatsächlich nicht mehr leben wollen.
Sie sind ein Symptom einer Depression.

Viele Menschen, die unter Depressionen gelitten haben, sind im Nachhinein dankbar und erleichtert, dass sie sich NICHT das Leben genommen haben.

2. Überwinden Sie sich, mit einem Arzt Ihres Vertrauens darüber zu reden und lassen Sie sich in eine fachärztliche Behandlung überweisen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Depressionen zu behandeln.

3. Machen Sie sich klar, dass ein Suizid endgültig ist, während es sich bei einer depressiven Episode um eine vorübergehende Zeit in Ihrem Leben handelt.

4. Wenn Sie Kinder, einen Partner oder jemanden haben, den Sie lieben oder dem Sie sich verbunden fühlen, dann denken Sie daran, dass ein Suizid für diese Menschen sehr viel belastender wäre als die Tatsache, dass Sie vorübergehend krank sind.

5. Wenn Sie an Gott oder an einen höheren Sinn unserer Existenz glauben, dann kann Ihnen Ihr Glaube helfen, diese Phase zu überstehen.

Weitere wichtige Informationen finden Sie in diesem Selbsthilfe-Ratgeber gegen Depressionen:

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Der Selbsthilfe-Ratgeber gegen Depressionen
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5. Warum bin gerade ich depressiv geworden?

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen unserer Zeit. Die Tendenz hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, denn die Belastungen des Alltages sind stärker geworden.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Im Laufe des Lebens erkranken ungefähr 12-16 % der Männer und 20-26 % der Frauen an einer Depression. Das sind ein Viertel aller Frauen!

Die Wahrscheinlichkeit, im Leben an einer Depression zu erkranken, ist also sehr hoch. Wissenschaftliche Untersuchungen der Depression zeigen deutlich, dass in den meisten Fällen nicht nur ein einziger Grund zum Ausbruch einer Depression führt, sondern viele Faktoren spielen zusammen, damit eine Depression auftritt. 

Für den Einzelnen heißt dies, dass die Ursachen seiner Depression in der Herkunftsfamilie, der Erziehung, aus früheren Erfahrungen von Verlust und auch aus biologischen Faktoren bestehen kann. Meistens sind konkrete aktuelle Auslöser im Leben zu beobachten, die wie ein Schlüssel in das individuelle Schloss des betroffenen Menschen passen, um eine Depression auszulösen. Oft kann es jedoch vorkommen, dass man in seinem Leben keinen Auslöser für eine Depression feststellen kann.

In der Partnerschaft läuft es gut, im Job ist man sicher, verdient gut, eigentlich scheint alles in Ordnung – und trotzdem beginnt eine depressive Episode. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich auf die Suche nach den Auslösern zu machen, die momentan im Leben aktiv sind. Bei jedem von uns besteht ein Zusammenspiel zwischen psychosozialen Belastungen, neurophysiologischen Faktoren und vielen weiteren Faktoren, die eine Depression entstehen lassen können.

Die folgende Metapher beschreibt das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren, die an einer Depression beteiligt sind: Wer einmal gelernt hat, Fahrrad zu fahren, dem fällt es leicht, die Balance zu halten. Selbst stürmischer Wind oder ein Regenschauer können einen nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn allerdings ein Reifen platzt oder die Straße vereist ist, dann hilft das ganze Können nichts. Man stürzt.

Die Metapher zeigt:
Wenn äußere Ereignisse extrem genug sind, dann besteht die Gefahr, dass unser Organismus sein gewohntes Gleichgewicht nicht mehr aufrechterhalten kann und eine Depression entsteht. Finden Sie heraus, warum gerade Sie an einer Depression leiden.

In dem Selbsthilferatgeber gegen Depressionen finden Sie einen ausführlichen Fragebogen mit möglichen Ursachen, die bei depressiven Störungen eine Rolle spielen können. Dieser Fragebogen wird Ihnen bei der Ursachenrecherche behilflich sein.

Wichtig dabei ist auch, dass Sie eine ausführliche ärztliche Untersuchung durchführen lassen, denn es gibt auch körperliche Ursachen für eine depressive Episode. Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihrem Arzt unbedingt davon berichten, weil manche Medikamente als Nebenwirkungen eine Depression auslösen können.
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Bei manchen Patienten findet sich kein konkreter Auslöser. Dies bedeutet aber nicht, dass man diese Depression nicht erfolgreich behandeln kann.

Eine Depression hat einen Sinn und Zweck!
Sie vermittelt dem Betroffenen:
„Mir geht es schlecht und ich brauche Hilfe!“

Dies ist ein notwendiger und wichtiger Hilfsapell, um belastende Faktoren im Leben abzustellen und einen Neubeginn zu starten.

 

 

6. Welche Therapie ist die beste bei Depressionen?

Es gibt viele Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, um eine Depression therapieren zu lassen.

Am häufigsten erfolgt die Behandlung mit Medikamenten, sog. Antidepressiva. Sie bewirken, dass ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe des Gehirns, insbesondere der Mangel an Serotonin, wieder ausgeglichen wird.

Als Alternative oder begleitend dazu gibt es verschiedene Psychotherapien, mit denen Depressionen wirksam behandelt werden: z. B. die Psychoanalyse, die tiefenpsychologisch fundierte Therapie oder die Kognitive Verhaltenstherapie. All diese Therapien haben sich als sehr wirksam herausgestellt.

Sie haben also vielfältige Therapieangebote, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden, wenn Sie sich an einen Arzt oder an einen Psychotherapeuten wenden.

Die Kognitive Verhaltenstherapie ist als Selbsthilfeansatz am besten geeignet. Im Vergleich zur Psychoanalyse und der tiefenpsychologischen Therapie geht die Kognitive Verhaltenstherapie sehr viel pragmatischer vor. Bei der Kognitiven Verhaltenstherapie wird nicht die vollständige Bearbeitung der Vergangenheit in den Mittelpunkt gestellt, sondern die Bearbeitung der aktuellen Probleme mit Zuhilfenahme von ganz konkreten Lösungsstrategien.

Das Ziel der Kognitiven Verhaltenstherapie gegen Depressionen ist es, die aufrechterhaltenden Bedingungen eines Problems zu verändern.

Dazu gehören die Umgebungsbedingungen genauso wie z. B. gedankliche Prozesse. In dem Selbsthilfe-Ratgeber gegen Depressionen bekommt der Betroffene konkrete Anleitungen, sodass er dazu in der Lage ist, sein Problem mit Hilfe neuer Kompetenzen zu lösen.

Die Kognitive Verhaltenstherapie gegen Depressionen nimmt deshalb eine herausragende Rolle unter den Psychotherapien ein, weil sie dem Patienten ein großes Maß an Eigenverantwortung zugesteht und ihm ganz konkrete Lösungsansätze vermittelt.

Dadurch gewinnt der Betroffene Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen, zunehmend besser mit seinen Problemen und Belastungen umzugehen, so dass er in die Lage versetzt wird, sich selbst effektiv zu behandeln.

Wie die therapeutische Veränderung vor sich geht und wie eine Kognitive Verhaltenstherapie genau abläuft, das wird Ihnen in dem Selbsthilferatgeber gegen Depressionen Schritt für Schritt ganz genau erklärt.

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 7. Wie entsteht eine Depression?

Eine Depression hat meistens mehrere Auslöser. Genetische Ursachen und körperliche Auslöser treffen auf psychosoziale und psychische Auslöser. Diese komplexen Faktoren können sich gegenseitig verstärken. Es gibt also nicht „die typische Depression“, sondern eine Depression entsteht aus der Wechselwirkung individueller Faktoren.

Genetische und biologische Ursachen
Unser Körper ist nach dem genetischen Bauplan gebaut, den wir von unseren Vorfahren geerbt haben. Fast die Hälfte unserer Gene sind daran beteiligt, wie unser Gehirn aufgebaut und verschaltet ist. Den Grundaufbau unseres Gehirns haben wir also von unseren Vorfahren geerbt. Hinzu kommen nochall die Erfahrungen und Lebenseinflüsse, die wir im Laufe unseres Lebens abgespeichert haben. Entsprechend unseren Erfahrungen reagieren wir auf äußere Einflüsse nach unserem individuellen Antwortmuster.

Die eine Person ist individuell so ausgestattet, dass sie z. B. auf Stress belastbar reagiert und ihr der Stress nichts ausmacht. Die andere Person reagiert auf den Stress sehr viel sensibler. Sie reagiert mit erhöhter Reizbarkeit oder er macht sie krank. So verhält es sich auch mit der Depression.

Unsere Gene bestimmen mit, welche Stressreaktionen ausgelöst werden. Die Person, die eine Geninformation mit auf den Lebensweg bekommen hat, die sie verletzlicher macht, wird für eine Depression empfänglicher sein.

So gibt es Gene, die mit einem erhöhten Risiko für eine Depression ausgestattet sind. Wer Träger eines solchen Gens ist, hat bei entsprechender Belastung auch eine erhöhte Chance, unter einer Depression zu leiden. Menschen, die z. B. unter einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, haben manchmal ein erhöhtes Risiko für eine Depression. Auch kann ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn Auslöser einer Depression sein.

Psychosoziale und psychische Auslöser
Traumatische Kindheitserfahrungen, der Verlust wichtiger Bezugspersonen bzw. Angehöriger, emotionale Vernachlässigung, Missbrauch oder Gewalt, Scheidung, schwierige Situationen am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel Mobbing, über einen längeren Zeitraum andauernder Stress oder soziale Ausgrenzung – all dies sind nur einige Beispiele, welche eine Depression auslösen können.

Auch kann die eigene soziale Umwelt Auslöser für eine Depression sein, wenn zu wenige positive Verstärker zur Verfügung stehen und der Betroffene sich positive Erlebnisse nicht selbst verschaffen kann. Beispielsweise zieht sich ein depressiver Mensch im Gespräch zurück und beteiligt sich zu wenig oder er sucht kaum Situationen auf, die eine positive Erfahrung ermöglichen könnten.

 

 

8. Machen mich Antidepressiva abhängig?

Diese Frage kann man mit einem klaren „Nein“ beantworten. Auch eine längere Einnahme von Antidepressiva führt nicht zu einer Abhängigkeit! Ein weit verbreitetes Vorurteil besagt, dass Antidepressiva abhängig machen, aber hier werden Antidepressiva mit Benzodiazepinen verwechselt.

Benzodiazepine sind Beruhigungsmittel. Sie werden in der Psychiatrie verwendet, um Angst- und Unruhezustände zu behandeln. Sie dienen als Schlafmittel und werden z. B. vor Operationen eingesetzt, damit der Patient angstfrei und entspannt ist. Benzodiazepine werden auch bei der Therapie von Schizophrenie eingesetzt. Zu den Benzodiazepinen zählen z. B. Diazepam (Valium®), Bromazepam (Lexotanil®), Oxazepam (Praxiten®), Flunitrazepam (Rohypnol®), Lorazepam (Tavor®).

Diese Medikamente erzeugen als Nebenwirkung eine ausgeprägte Suchtgefahr und eine Atemdepression, also eine Abflachung der Atmung, da sie auf das zentrale Nervensystem wirken. Diese Medikamente dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie von einem Arzt verordnet sind und er die Therapie begleitet!

Antidepressiva machen also nicht abhängig, allerdings dürfen diese Medikamente nur mit ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Bei Beendigung der Therapie müssen diese Medikamente stufenweise ausgeschlichen, bzw. reduziert werden. Wenn gegen diese Regel verstoßen wird, so können Schlafstörungen und innere Unruhe auftreten.

Diese Medikamente sollten nur in Absprache mit einem Arzt reduziert werden, da ansonsten ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht.

Ein anderes Vorurteil gegenüber Antidepressiva ist, dass sie die Persönlichkeit verändern. Diese Aussage ist allerdings falsch. Richtig ist genau das Gegenteil:

eine Depression verändert die Persönlichkeit!

Wer eine Therapie gegen Depressionen unternimmt und diese mit Antidepressiva begleitet, der ist hinterher wieder „ganz der Alte“.

Die Depression entsteht im Gehirn, da bestimmte Transmittersubstanzen fehlen. Diese fehlenden Substanzen werden durch die Medikamente ergänzt. Durch diese therapeutische Maßnahme wird der „Ursprungszustand“ wieder hergestellt.

 

 

9. Welche „nicht-medikamentösen Behandlungen“
können Sie bei Depressionen empfehlen?

Bei depressiven Störungen hat sich die Kognitive Verhaltenstherapie als sehr wirksam bewiesen. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass nach einem kurzen Behandlungszeitraum von ca. 20 Therapiestunden eine deutliche Verbesserung eintritt.

Es hat sich auch gezeigt, dass die Kognitive Verhaltenstherapie das Rückfallrisiko für eine erneute depressive Episode deutlich verringert.

Bei dem Thema „nicht-medikamentöse Behandlung“ bei Depressionen sind auch die Methoden der achtsamkeitsbasierten Therapie zu erwähnen, die die Selbstwahrnehmung positiv verändert. Wenn Sie mehr über die Methoden der achtsamkeitsbasierten Therapie erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen das Hörbuch „Erfüllter leben mit Achtsamkeit – Sieben wirksame Übungen für jeden Tag“

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Dr. Christina Wiesemann
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10. Was sind die typischen Beschwerden bei einer Depression?

Die drei Hauptsymptome einer Depression sind:

1. eine niedergedrückte Grundstimmung,
    eine länger anhaltende tiefe Traurigkeit

2. der Verlust von Interessen, eine Hoffnungslosigkeit,
    das Fehlen jeder Freude – auch bei positiven
    Aktivitäten, Verlust der Zufriedenheit

3. Antriebsminderung, Energielosigkeit,
    sich nicht in der Lage fühlen, Aufgaben zu erledigen,
    die in der Vergangenheit kein Problem darstellten,
    Entscheidungsprobleme

Wenn Sie von zwei dieser drei Hauptsymptome betroffen sind und diese schon seit längerer Zeit anhalten, dann besteht bei Ihnen ein Verdacht auf eine Depression. Wenn dies der Fall ist, so empfehle ich Ihnen, einen Arzt oder Psychologen aufzusuchen.

 

 

11. Was kann ich selbst tun,
um aus der Depression herauszukommen?

1. Der kostenlose Depressions-Kurzcheck

Ich empfehle Ihnen als ersten Schritt, sich den kostenlosen Depressions-Kurzcheck als PDF hier herunter zu laden.

Drucken Sie diesen Fragebogen aus und füllen Sie ihn aus.
Nun haben Sie eine erste Orientierung, wie schwer Ihre Depression ist. Das Testergebnis ist in vier Kategorien eingeteilt:

1. Kategorie / Sie haben keine Depression
    bzw. eine normale Stimmungsbeeinträchtigung

2. Kategorie / Sie haben eine leichte Depression

3. Kategorie / Sie haben eine mittelgradige Depression

4. Kategorie / Sie haben eine schwere Depression

Wenn Sie zu der ersten Kategorie gehören, dann haben Sie keine Depression, sondern Sie durchleben eine normale Stimmungsbeeinträchtigung, die jeder von uns hin und wieder hat.

 Wenn Sie zu der zweiten Kategorie gehören, dann haben Sie eine leichte Depression. Ich empfehle Ihnen, sich den Selbsthilferatgeber gegen Depressionen von Dr. Christina Wiesemann zuzulegen, denn hier werden Sie durch ein Selbsthilfeprogramm geführt, mit dem Sie Ihre leichte Depression sehr gut bewältigen können.

Den Link dazu finden Sie HIER.

Wenn Sie zu der dritten oder vierten Kategorie gehören, dann haben Sie eine mittelgradige oder eine schwere Depression.

In diesem Falle möchte ich Ihnen ans Herz legen, einen Psychotherapeuten oder einen Facharzt für Psychiatrie aufzusuchen, da es für Sie wichtig und auch sinnvoll ist, eine professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Trotzdem können Sie diesen Selbsthilferatgeber von Dr. Christina Wiesemann nutzen und die Anleitungen in Absprache mit Ihrem Psychotherapeuten oder Arzt begleitend umsetzen.

2. EMDR – Die Therapie von traumatischen Erinnerungen

EMDR ist die Abkürzung für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Übersetzt heißt dies: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung. Dr. Francine Shapiro aus den USA hat diese Therapieform entwickelt, mit der sie Störungen durch erlebte Traumata deutlich reduzieren konnte.

Im Jahre 2006 wurde diese Psychotherapiemethode anerkannt und das bedeutet, dass die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

Traumatische Erlebnisse, wie schwere Unfälle, Vergewaltigungen, schwere Misshandlung oder sexueller Missbrauch in der Kindheit, Kriegserfahrungen und  Naturkatastrophen, hinterlassen tiefe Spuren im Gehirn. Die Erinnerungen an diese schmerzlichen Erfahrungen bleiben lebendig und bahnen sich bei manchen Menschen unvermittelt ihren Weg ins Bewusstsein.
Die Betroffenen fühlen sich diesen Erinnerungen hilflos ausgeliefert und erleben sie immer wieder, selbst wenn das ursprüngliche Trauma bereits Jahrzehnte zurückliegt.
Depressionen, Suchterkrankungen und Ängste gehören zu diesem Krankheitsbild, das als posttraumatische Belastungsstörung bezeichnet wird. Für diese Menschen gab es lange keine wirkliche Hilfe. Dies hat sich in den letzten Jahren jedoch grundlegend geändert.

Wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit von EMDR. Das zentrale Element der EMDR-Therapie ist, dass der Patient den Fingerbewegungen des Therapeuten mit den Augen folgt. Durch die abwechselnde links-rechts Bewegung der Finger wird das Gehirn stimuliert, die belastenden Erinnerungen zu verarbeiten.

Falls Sie diese Methode selbst ausprobieren möchten, können Sie dies mit dem Hörbuch „Innere Tiefe“ umsetzen.

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Das Potenzial der Phantasie nutzen!
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Statt der Augenbewegungen wird hier durch einen Ton eine akustische abwechselnde links-rechts Bewegung durchgeführt. Diese Bewegung löst die Stimulation aus, mit der belastende Erinnerungen verarbeitet werden können. Die durch einen Ton ausgelöste Stimulation wirkt genau so intensiv wie die Fingerbewegung des Therapeuten. Durch die Stimulation beider Gehirnhälften werden die Selbstheilungskräfte des Gehirns angestoßen.

Bitte beachten Sie dabei:

Sie sollten keine echten oder starken traumatischen Erlebnisse mit EMDR auf eigene Faust bearbeiten, denn dazu ist die Expertise eines EMDR-Psychotherapeuten unerlässlich. Sie können allerdings Erinnerungen mit einer geringeren emotionalen Belastung selbstständig bearbeiten.

3. Das Achtsamkeitstraining

Bei Menschen mit Depressionen findet häufig eine übermäßige negative Selbstkritik statt.
Aber die übermäßige negative Selbstkritik wirkt wie eine Bedrohung auf das Nervensystem. Stresshormone werden freigesetzt. Selbstkritik ist deswegen so schädlich, weil das Nervensystem in eine doppelte Stresssituation gerät, denn Angreifer und Opfer sind ein- und dieselbe Person.

Dadurch gerät das Gehirn in einen Zwiespalt:
• Wer soll überhaupt bekämpft werden?
• Wer soll sich verteidigen?
• Und wer soll geschützt werden?

Wie soll das Nervensystem aus dieser paradoxen Situation einen Ausweg finden?

Es entsteht geradezu Chaos im Sinne von widersprüchlichen Botschaften, auf das keine sinnvolle biologische Reaktion mehr möglich ist.

Weit verbreitet ist die Einstellung, dass Selbstkritik notwendig sei, damit wir uns zu besseren Menschen entwickeln oder leistungsfähiger und erfolgreicher performen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass dies nicht der Fall ist.
Das Gegenteil hat sich als richtig erwiesen:

Menschen, die wohlwollend mit sich selbst umgehen, wenn sie Fehler begangen haben oder eigene Schwächen erkennen und sich selbst weniger dafür kritisieren, probieren eher Neues aus, sind lernbereiter, aktiver, rappeln sich nach Fehlschlägen schneller wieder auf und verhalten sich fürsorglicher und liebevoller sich selbst und anderen gegenüber.

Selbstkritik ebnet demgegenüber den Weg für psychische Erkrankungen, nicht nur für Depressionen, sondern auch für Grübelzwänge, Stresserkrankungen und Ängste.

Was ist aber das Gegenteil von negativer Selbstkritik?

Der gegensätzliche Pol ist Selbstmitgefühl.

Menschen, die Selbstmitgefühl aufbringen, sind zufriedener mit ihrem Leben als die Selbstkritiker. Sie sind optimistischer, neugieriger, dankbarer und haben mehr Selbstvertrauen. Sie sehen, welche Vorzüge es hat, negative Selbstkritik zu reduzieren und Selbstmitgefühl aufzubauen.
Fernöstliche Traditionen der Meditation, wie sie z. B. im Buddhismus praktiziert werden, zielen seit Jahrtausenden darauf ab, das Selbstmitgefühl zum Wohle des Einzelnen und der Menschheit zu verbessern. Seit einigen Jahren hat sich diese Tradition auch in der westlichen Psychotherapie etabliert, um Stress und psychische Erkrankungen zu beeinflussen. Mit dem Herzen liebevoll wahrzunehmen, was ist, ohne zu bewerten, das ist die Übung der sog. Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion.

Ziel ist es, mehr Selbstmitgefühl zu erlernen, sowie aufkommende Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wertfrei anzunehmen und die kleinen Freuden des Alltags dankbar entgegen zu nehmen.

Kombiniert mit Techniken der KVT verringern Achtsamkeitsübungen nachweislich das Rückfallrisiko nach einer depressiven Phase. Bei Menschen, die bereits mehrfach von depressiven Episoden heimgesucht wurden, reduziert sich das hohe Rückfallrisiko sogar um die Hälfte.

Achtsamkeit ist erlernbar. Voraussetzung dafür ist jedoch regelmäßiges Üben, was mit Hilfe einer Anleitung in einem Kurs oder zu Hause praktiziert werden kann.

Mit dem Hörbuch „Erfüllter leben mit Achtsamkeit – Sieben wirksame Übungen für jeden Tag“ erlernen Sie die Techniken, die Ihnen dabei helfen, Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität zu erhöhen.

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12. Ich habe gehört, dass Antidepressiva eigentlich
unwirksam sind. Ist da was Wahres dran?

Es gibt sehr viele seriöse klinische Untersuchungen, die eindeutig nachweisen, dass Antidepressiva wirksam sind und dem von Depressionen Betroffenen bei der Überwindung seiner Krankheit helfen.
Äußerungen von Menschen, dass diese Therapien unwirksam sind und nur der Pharmaindustrie helfen, sind nicht nur zynisch sondern auch gefährlich, denn sie gefährden Patienten, die diesem Gerücht glauben und auf eine geeignete Therapie verzichten, obwohl sie diese dringend benötigen würden.

Wenn Ihnen ein Arzt Antidepressiva verschrieben hat, so möchte ich Ihnen dringend empfehlen, das Buch „Wenn dunkle Wolken die Lebensfreude eintrüben – Der Selbsthilfe-Ratgeber gegen Depressionen“ therapiebegleitend zu lesen oder eine Kognitive Verhaltenstherapie bei einem Psychotherapeuten zu beginnen.

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Dr. Christina Wiesemann
ISBN 978-3-939306-30-6
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13. Ich fühle mich kraftlos, müde und erschöpft.
Was kann ich dagegen tun?

Ein wichtiges Anliegen der Verhaltenstherapie bei Depressionen ist es, den Betroffenen aus seiner Lethargie und Passivität heraus zu holen. Wer depressiv ist, dem erscheint nahezu jede anstehende Aktivität wie ein unüberwindbarer Berg.

Schon alltägliche Aufgaben, die früher leicht von der Hand gingen, wie z. B. den Haushalt oder den Einkauf zu erledigen, erleben Menschen mit Depressionen als belastend.

Sie neigen dazu, die mit dem Handeln verbundenen Schwierigkeiten zu überschätzen, während sie gleichzeitig die eigenen Fähigkeiten, die Hürden zu meistern, unterschätzen.

Sogar eigentlich angenehme Aktivitäten empfinden Menschen in einer depressiven Phase nicht mehr als ansprechend, sodass solche Aktivitäten viel zu selten wahrgenommen werden. Diese Verhaltenstendenz zeigt sich auch in den neuronalen Strukturen des Gehirns, wie beispielsweise dem Ungleichgewicht des linken und rechten präfrontalen Cortex (PFC).

Der linke präfrontalen Cortex, der für Annäherungsverhalten an Aktivitäten und die Verarbeitung positiver Gefühle zuständig ist, ist bei Menschen mit Depressionen unteraktiviert, während der rechte PFC, der für Vermeidungsverhalten und die Verarbeitung negativer Gefühle zuständig ist, überaktiviert ist.

In der Therapie gegen Depressionen ist es wichtig, die richtigen Schritte in einer bestimmten Reihenfolge einzuhalten:

1. Um die neuronalen Verbindungen dieser Hirnregion zu verbessern, gilt es zunächst, den Zusammenhang zwischen Stimmung und Aktivität bewusst wahrzunehmen.

2. Die Anzahl belohnender, angenehmer Aktivitäten kann wieder gesteigert werden,

3. das typische Aufschieben von Pflichtaktivitäten kann überwunden werden.

4. Das Prinzip der Selbstverstärkung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Trainings, weil Sie damit lernen können, sich wieder für gewünschtes Verhalten in die richtige Richtung zu unterstützen, statt sich unnötig zu blockieren.

5. Sie können lernen, sich häufiger für kleine Schritte zu loben, statt sich zu kritisieren.

Wie die einzelnen Schritte durchgeführt werden, ist zu umfangreich, um es hier zu erklären.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass durch dieses Aktivitäts- und Belohnungstraining die Funktionen der beeinträchtigten neuronalen Strukturen im Gehirn wieder angeregt und korrigiert werden.

Wie das Aktivitäts- und Belohnungstraining Schritt für Schritt funktioniert, wird in dem Selbsthilfe-Ratgeber gegen Depressionen genauestens beschrieben.

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Wenn dunkle Wolken die Lebensfreude eintrüben 
Der Selbsthilfe-Ratgeber gegen Depressionen
Dr. Christina Wiesemann
ISBN 978-3-939306-30-6
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14. Wenn eine Aufgabe vor mir steht, dann denke ich:
ich kann das nicht und ich werde das auch nicht schaffen.

Diese Gedanken sind ständig da. Wie komm ich da raus?

Die Gedanken, die Sie formulieren, sind typische Gedanken einer depressiven Episode.
Durch diese Gedanken geben wir den belastenden Gefühlen mehr Raum und Energie. Denn unsere Gefühlswelt wird ganz wesentlich durch unsere Gedankenwelt gesteuert.

Gedanken können auf uns entweder eine lähmende, bedrückende, entmutigende oder aber eine aktivierende, aufmunternde oder Mut machende Wirkung ausüben.

Wer von Depressionen betroffen ist, erlebt die dunkle Seite. Schon bei kleinen Misserfolgen, nicht erreichten Zielen oder Verlusterlebnissen werden übertrieben negative Rückschlüsse auf die eigene Person, die Welt und die Zukunft gezogen.

Typischerweise kommt es bei geplanten Vorhaben zu Selbstabwertungen und Selbstvorwürfen, genauso wie Sie es formulieren:

„Ich kann das nicht.“

„Ich schaffe das nie.“

„Ich bin unfähig.“

„Immer mache ich alles falsch.“

Solche Gedanken treten zumeist spontan auf, ohne dass wir uns darüber bewusst sind, welche Folgen sie für unser Befinden haben. Man nennt sie deswegen auch automatische Gedanken.

Unsere Gedanken sind wie Werkzeuge.
Sie können uns entweder nützlich sein oder wir gebrauchen sie zu unserem Schaden. Wichtig ist, dass Sie im ersten Schritt lernen, Ihre automatischen Gedanken zu entdecken, bzw. welche Gedanken Ihre Stimmung verschlechtern.

Nur, wenn Sie diese negativen Gedanken identifizieren, schaffen Sie auch die notwendige Voraussetzung dafür, sie im zweiten Schritt zu hinterfragen, um sie schließlich zu verändern.

Angemessene Gedanken zeichnen sich dadurch aus, dass sie realistisch und hilfreich zugleich für uns sind. Hilfreich bzw. nützlich sind sie dann, wenn sie uns im Lebensvollzug unterstützen und nicht unsere Vorhaben, Wünsche und Bedürfnisse boykottieren.

Wenn Sie beispielsweise bei einem Vorhaben denken: „Das schaffe ich nie“, dann wäre eine neue Einstellung, die Sie ermutigt, Ihr Anliegen umzusetzen, z. B. die neue Bewertung:

„Ich werde es ausprobieren
und einen Schritt nach dem anderen tun.“

In zahlreichen Studien konnte bewiesen werden, dass Patienten mit Depressionen sehr davon profitieren, wenn sie lernen, ihre automatischen Gedanken und Einstellungen zu korrigieren.

Es handelt sich bei der Kognitiven Verhaltenstherapie um ein wirkungsvolles und risikoarmes Vorgehen, das sehr hilfreich ist, um nicht nur die Stimmung, sondern auch das Selbstwertgefühl zu stärken.

Wie das therapeutische Vorgehen genau funktioniert, um die negativen automatischen Gedanken und Einstellungen zu korrigieren, ist zu umfangreich, um es an dieser Stelle zu vermitteln. Dieses Vorgehen wird Ihnen im Selbsthilfe-Ratgeber „Wenn dunkle Wolken die Lebensfreude eintrüben“ ausführlich erklärt.

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15. Ich verbringe sehr viel Zeit mit Grübeln und kann das schwer aufhören. Gibt es da eine Technik?

Jeder Mensch macht sich Sorgen. Damit sind Sie nicht allein. Die Liste der Sorgen ist lang. Sorgengedanken reichen vom Wetter, über Familie und Kinder, Arbeit, Finanzen bis hin zur Gesundheit und zum Älterwerden. 

Sorgen unterscheiden sich von anderen Gedanken dahingehend, dass sie sich auf mögliche Bedrohungssituationen in der Zukunft beziehen.

Charakteristisch ist die Verkettung von Sorgen, d. h. es wird nicht eine Sorge zu Ende gedacht, sondern eine Sorge schließt sich unmittelbar an die andere an.

Man springt so von einer Sorge zur nächsten.

Das „Sich-Sorgen“ wird von einer gewissen Anspannung begleitet und als negativ und belastend erlebt.

Menschen unterscheiden sich jedoch in der Art und Weise, wie sie mit ihren Sorgen umgehen:
Manche Menschen können gut von ihren Sorgen abschalten, doch viele kommen durch die Neigung zum Grübeln nicht davon los.

Obwohl sie eigentlich zur Ruhe kommen möchten, können sie nicht mehr abschalten. Ohne es zu wollen, kreisen die belastenden Gedanken unentwegt im Kopf herum. Das sorgenvolle Grübeln hat sich verselbstständigt.

Wenn Sie sich beim Grübeln ertappen, dann sollten Sie sich zunächst die Frage stellen, ob es sich bei den Gedanken um ein Problem handelt, das gedanklich lösbar ist.

Wenn dies nicht der Fall ist, dann sollten Sie solche Gedanken stoppen.

In der Kognitiven Verhaltenstherapie wird die Technik des Gedankenstopps genutzt, um Betroffenen zu helfen, die Grübelneigung unter die eigene Kontrolle zu bringen.

Im Arps-Verlag haben wir ein Hörbuch herausgegeben, das die wirksamsten Strategien gegen das Grübeln vermittelt:

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Grübeln stoppen, Sorgen vertreiben
Das Entwöhnungsprogramm gegen sorgenvolles Grübeln
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Ich hoffe, wir konnten Ihnen hier ein paar Fragen über das Thema Depression beantworten.
Wenn Sie weiterführende Fragen haben, dann senden Sie uns eine Mail an kontakt@arps-verlag.de

Herzliche Grüße
Ihr Tobias Arps

(GF Arps-Verlag)

 

 

 
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