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Wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt!

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Der Selbsthilfe-Ratgeber gegen Angst- und Panikattacken

EAN:9783939306252
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14,90€ inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand


Wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt!

Dr. Christina M. Wiesemann

Der Selbsthilfe-Ratgeber gegen Angst- und Panikattacken

Menschen, die „wie aus heiterem Himmel“ von extremen körperlichen Beschwerden überfallen werden, fühlen sich von den plötzlich auftretenden Symptomen existenziell bedroht. Herzrasen, Atemnot, Erstickungsgefühle, Schwindel, Benommenheit, Taubheitsgefühle oder Kribbeln, Enge oder Schmerzen in der Brust: das sind nur ein Teil der Symptome, denen sich die Betroffenen schutzlos ausgeliefert fühlen und die das Leben schlagartig verändern.

Nur wenige Betroffene können die Beschwerden richtig einordnen und nur ein geringer Teil erhält eine angemessene Therapie.

Dieses neue Selbsthilfebuch ist eine kompakte und praktische Anleitung, die Betroffenen hilft, die »mysteriösen« Symptome zu verstehen, zu bewältigen und aufzulösen. Ergänzend werden hier neue, bisher wenig bekannte Methoden vorgestellt, wie Klopfakupressur, Atemtechniken sowie visuelle und akustische Stimulation von Hirnregionen. Diese Techniken können positiven Einfluss auf Angststörungen nehmen.

Mit einer genauen Schritt-für-Schritt-Anleitung vermittelt Ihnen Dr. Wiesemann, wie Sie mit den bewährten Strategien der Verhaltenstherapie und neuen Therapieansätzen den Teufelskreis Ihrer Panikattacken wirksam durchbrechen können.


Dr. Christina Wiesemann
Wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt!
Das Selbsthilfebuch bei Angst- und Panikattacken
ca. 242 Seiten / Format B 12,5 x H 18,0 cm / Paperback
(D) 14,90 € / (A) 15,00 € / SFr. 24,50
ISBN (Buch) 978-3-939306-25-2
ISBN (e-book) 978-3-939306-26-9


Der Selbsthilfe Ratgeber gegen Angstattacken und Panikattacken - Leseprobe

Sie zeigt Ihnen,

• wie Panikattacken entstehen und aufrechterhalten werden,
• welche Therapiemethoden wirksam sind,
• wie Sie die „Angst vor der Angst“ und die körperlichen
  Beschwerden überwinden können und
• wie Sie langfristig Ihre Angst besiegen.

Werfen Sie einen Blick in den Ratgeber gegen Angstattacken und Panikattacken:
Hier geht es zur Leseprobe
(als PDF zum Download)

 

Angstattacken und Panikattacken Notfall-Plan-Checkliste

  
Zusammenfassung des Interview mit Dr. Christina Wiesemann
"Was Sie bei Angstattacken tun können – Teil 1 und Teil 2"'
mit dem Panikattacken Notfall-Plan für's Portemonnaie

Hier geht es zum kostenlosen Download der Datei als PDF

 

 


 

Im ersten Teil „Angst- und Panikattacken verstehen und bewältigen“ werden die wichtigsten Fragen beantwortet.
Die Checklisten helfen, den Beschwerden auf die Spur zu kommen. Anhand wissenschaftlicher Hintergründe
werden Sie verstehen, wie Ihre Symptomatik ausgelöst und aufrechterhalten wird.

Darüber hinaus bekommen Sie einen Einblick in die bewährten Behandlungsmethoden,
sodass Sie sich schließlich für Ihren ganz persönlichen Weg entscheiden können.

Der zweite Teil „Angst- und Panikattacken mit den Strategien der Verhaltenstherapie auflösen“
beinhaltet konkrete Anleitungen zu einer Vielzahl von Übungen, die Sie ganz selbstständig
umsetzen können, um Ihre Symptome abzubauen.

Der dritte Teil „Neue Therapiemethoden“ offenbart Ihnen einen Einblick in drei innovative Therapieansätze,
die das Ziel haben, emotionale Belastungen zu reduzieren.
Zwei dieser Ansätze nutzen Methoden der fernöstlichen Medizin.
Ein Ansatz davon wird Ihnen als Selbsthilfestrategie vermittelt.

Der vierte Teil „Resümee und der Umgang mit Rückfällen“ zeigt Ihnen Wege auf,
wie Sie Rückschläge am besten bewältigen.

 

Das Inhaltsverzeichnis

Vorwort  9

Teil 1:
Angst- und Panikattacken verstehen und bewältigen
1.  Wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt  14
2.  Was sind Panikattacken?  20
3.  Woran man eine „echte“ Panikstörung erkennt  21
4.  Die ärztliche Untersuchung  25
5.  Antidepressiva – Chemie für die Seele  35
6.  Was bei der Einnahme von Medikamenten zu beachten ist  40
7.  Gibt es wirksame Naturheilmittel gegen Panikattacken?  46
8.  Psychotherapie als Mittel für die Seele  48
9.  Medikamente oder Psychotherapie?  51
10.  Ambulante oder stationäre Behandlung?  54
11.  Wer ist von Panikattacken betroffen und wann werden sie zum Problem?  56
12.  Wie entstehen Angst- und Panikattacken?  58
13.  Was passiert, wenn wir Angst erleben?  63
14.  Wovor hat man bei einer Panikattacke eigentlich Angst?  70
15.  Stressauslöser als Ursachen erkennen  75
16.  Wie Sie die Angst zulassen und Frühwarnsignale erkennen  82
17.  Wie es zur Angstfixierung kommt  85
18.  Der Weg aus der Angst führt durch die Angst  88
19.  Die wichtigsten Tipps zur Angstbewältigung   90

Teil 2:
Angst- und Panikattacken mit den
Strategien der Verhaltenstherapie auflösen  94
20.  Die Fehlinterpretationen von körperlichen Vorgängen erkennen  96
21.  Das Wahrnehmungstraining  105
22.  Das Konfrontationstraining  110
23.  Das Training der gedanklichen Neubewertung  123

Teil 3:
Neue Therapiemethoden  140
24.  Die Akupressurtechniken  146
25.  Einführung in die sieben Schritte der Akupressurtechnik  151
26.  Die ausführliche Akupressur-Anleitung als Selbsthilfestrategie  162
27.  Was, wenn die Akupressurtechnik nicht funktioniert?  174
28.  EMDR – die Therapie von traumatischen Erinnerungen  175
29.  Neuro-Psychologische Integration (NPI) –
       Die Verschmelzung separater Fachdisziplinen zu einem
       Diagnose- und Therapieverfahren  179

Teil 4:
Resümee und der Umgang mit Rückfällen  193
30.  Mögliche Ursachen für Therapiemisserfolge  194
31.  Eigenverantwortung übernehmen  199
32.  Resümee und das Erreichte ausbauen  201
33.  Der richtige Umgang mit Rückfällen  204
34.  Vorbeugen ist viel besser als Heilen  212
35.  Jede Krise ist eine Chance  215

Noch ein Wort zum Schluss  218
Fachbegriffe – aber verständlich  220
Literaturverzeichnis  228
Selbsthilfe-Ratgeber als Hörbuch  234
Stichwortverzeichnis  236
Über die Autorin  242

 

Das Interview Teil 1 über Angst- und Panikattacken von Tobias Arps
mit der Autorin Dr. Christina Wiesemann beantwortet die Fragen:
1. Was ist eine Panikattacke?
2. Wo liegt die Grenze zwischen "Ich bin sehr aufgeregt" und einer Panikattacke bzw. einer Angstattacke?
3. Wie lange dauert eine Panikattacke?

 

 

Das Interview Teil 1 über Angst- und Panikattacken von Tobias Arps
mit der Autorin Dr. Christina Wiesemann beantwortet die Fragen:
4. Kann man Angst mit Ablenkungsmanövern besiegen?
5. Was sind die konkreten Selbsthilfe-Strategien bei Angst- und Panikattacken?

 

 

Transkript des Interviews Teil 1 über Angst- und Panikattacken

Tobias Arps: Herzlich willkommen im Experten-Forum vom Arps-Verlag. Heute haben wir zu Gast die Psychotherapeutin Dr. Christina Wiesemann. Sie ist Expertin für Angststörungen und genau das ist heute unser Thema.
Hallo Christina, schön dass Du da bist.

Dr. Christina Wiesemann (Psychologische Psychotherapeutin): Ja, hallo.

Tobias Arps: Was ist eine Panikattacke?

Dr. Christina Wiesemann: Eine Panikattacke ist zunächst einmal eine extrem ausgeprägte Form der Angst. Die Angst kann dabei in kürzester Zeit von Null auf 100 schießen. Im Grunde genommen handelt es sich um eine ganz normale starke Stressreaktion auf eine potentielle Gefahr.

Und was ein Kennzeichen von solch einer Panikattacke ist, dass sie von extremer Angst begleitet ist und auch, dass sie mit bestimmten körperlichen Reaktionen einhergeht. Beispielsweise erleben die Betroffenen Herzrasen, Beklemmungen in der Brust, Schwindel und Benommenheit oder auch schwitzen sie und fühlen eine angespannte Muskulatur bis hin zum Zittern.
Und es können auch ebenso Symptome wie Entfremdung vorkommen, manchmal auch Übelkeit oder Durchfall. Also auch solche körperlichen Reaktionen stehen bei einer Panikattacke doch sehr im Vordergrund. Eine einzelne Panikattacke an sich ist zunächst mal kein Problem. Ca. ein Drittel der Bevölkerung hat schon mal so eine Panikattacke erlebt, das weiß man aus Studien, ich habe das auch schon einmal erlebt.
Das ist erstmal kein Problem, nur wenn die Attacken in der Häufigkeit zunehmen, das Leben extrem einschränken, so das man z. B. das Haus nicht mehr verlassen kann oder nur noch in Begleitung, oder aus einem verstärkten Sicherheitempfinden her immer das Handy dabei haben muss, um im Notfall jemanden anrufen zu können, wenn sich dann die Lebensqualität so sehr einschränkt, dann werden solche Panikattacken doch zum Problem.

Ganz grundsätzlich muss man sich immer fragen, wodurch wird eine solche Panikattacke ausgelöst? Ist es eine äußere Situation, die das auslöst, das könnte zum Beispiel sein, wenn man Angst vor einer Prüfung hat und denkt, dass man versagen könnte, dann kann sich das zur dieser Extremform der Angst auch steigern.
Oder man hat Angst die Seilbahn zu benutzen, weil die Höhe zum Problem wird, und man befürchtet, dass man im Notfall nicht mehr rauskommen könnte. Das kann sowohl beim Fliegen auftreten oder auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. In diesen Fällen hat man vor den äußeren Situationen Angst. Das ist das Eigentliche, was die Menschen befürchten.

Man spricht in extremen Fällen, wenn man anfängt Situationen zu vermeiden oder aus Situationen zu flüchten, dann spricht man von Phobien.

Diese äußeren Situationen, die angstauslösend wirken können, die muss man unterscheiden von möglichen inneren Auslösern.

Innere Auslöser beispielsweise treten häufig auf in Zusammenhang mit verstärkter Stressreaktion, die die Menschen erleben. Das kann zum Beispiel sein, dass jemand starkes Herzrasen wahrnimmt, was plötzlich auftritt und sehr in den Vordergrund des Bewusstseins gelangt und z. B. dabei eine Beklemmung in der Brust spürt, und dann sofort befürchtet, es könnte jetzt sofort eine gesundheitliche Katastrophe eintreten, z. B. „Ich könnte einen Herzinfarkt erleben oder dergleichen.“

Diese Patienten nehmen dann auch häufig ärztliche Hilfe in Anspruch, die rufen den Notarzt an, und sobald er eintritt ist es oft so, dass die Symptome schon wieder abgeklungen sind. Und es kann auch sein, dass sie eine Benommenheit wahrnehmen, ein Entfremdungsgefühl, dass alles weiter weg ist oder auch Schwindel und dann denken: „Oh, ich habe einen Schlaganfall“ und die Angst steigert sich so ins Extreme, dass sie einen gesundheitlichen Super-Gau befürchten.
Und wenn diese Situation eintritt, wird eben auch medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Oft fühlen sich die Menschen gezwungen wegen ihrer starken Sorge um die Gesundheit ärztliche Hilfe aufzusuchen, lassen sich untersuchen und dann stellt der Kardiologe fest: „Alles in Ordnung“, aber trotzdem bleibt diese Befürchtung bestehen.

Und das, was ich Menschen raten kann, die von solchen Ängsten betroffen sind,
sich immer erst einmal zu fragen:

• Wovor habe ich eigentlich Angst?

• Was befürchte ich, könnte im schlimmsten Fall passieren?


Dann kann man erst einmal herausfinden:

1. Womit hat meine Angst zu tun?

Und

2. Sind es eher äußerer Auslöser oder sind es eher innere Auslöser, die mir Angst machen?


Tobias Arps: Nach jeder Antwort fassen wir die wichtigsten Punkte in einer Übersicht noch einmal zusammen.


Was ist eine Panikattacke?

  • Eine Panikattacke ist eine extreme Ausprägung von Angst bzw. eine verstärkte Stressreaktion, die plötzlich auftritt.
  • Eine Panikattacke ist nicht gefährlich oder lebensbedrohlich.
  • Sie kann ausgelöst werden durch

1. äußere Reize (zum Beispiel Prüfung, Höhe, Spinnen, Enge)
2. innere Reize (körpereigene Stressreaktionen, wie z. B.: Schwindel, Herzrasen, Beklemmungen in der Brust, Angst vor einem Herzinfarkt)


Unser Tipp: Fragen Sie sich:

• Wovor habe ich Angst?

• Was könnte im schlimmsten Fall passieren?


Tobias Arps: Wo liegt eigentlich die Grenze zwischen dem Gefühl „ich bin sehr aufgeregt" und einer Panikattacke?

 

Dr. Christina Wiesemann: Ein „Aufgeregt sein“ muss nicht zwingend mit einem Angstgefühl einhergehen. Aufgeregt sein ist zunächst mal ein hoher unspezifischer Erregungszustand unseres Nervensystems, der durchaus mit ganz verschiedenen Gefühlsqualitäten einhergehen kann. Beispielsweise kann ich sehr aufgeregt sein, weil ich eine Prüfung habe, die bevorsteht.

Ich kann sehr aufgeregt sein, weil ich einen wichtigen Termin habe, aber jetzt im Stau stehe oder ich kann sehr aufgeregt sein, weil ich heute Abend zu einem Konzert gehe, wo ich meinen Lieblingsinterpreten sehen kann, oder ich kann auch sehr aufgeregt sein, weil ich mich verliebt, und jetzt ein Rendezvous habe. Und da steht dann eher die Freude im Vordergrund.

Wie man daran sieht, Aufgeregtheit an sich ist erst einmal unspezifisch.
Jetzt kann man sich fragen, welche emotionale Qualität steckt dahinter?
Bin ich aufgeregt, weil ich Wut habe? Oder weil ich mich freue? Oder weil ich Angst habe? Und Jemand, der jetzt einer Panikattacke erlebt, bei dem steht ganz eindeutig die Angst im Vordergrund. Die Angst ist das Entscheidende.
Da ist der Organismus programmiert auf Gefahrensignale und bei der Panikattacke ist das alles auf der allerhöchsten Alarmstufe angeschaltet, was eben auch zu diesen körperlichen Reaktionen führt.

Das Herzklopfen beim Verliebtsein, das interpretieren wir völlig anders, als wenn wir eine Panikattacke haben.

Also, diese allerhöchste Alarmbereitschaft ist schon sehr kennzeichnend für eine Panikattacke. Außerdem kann man auch über einen längeren Zeitraum aufgeregt sein. Beispielsweise wenn man eine Prüfungsphase hat, jetzt viel lernen muss und dann viele Prüfungen zu bewältigen hat, dann kann man über einen sehr langen Zeitraum dieses „Aufgeregt sein“ aufrecht erhalten, was unter anderem auch die Leistung sogar verbessern kann.

Auch Kinder, die beispielsweise Weihnachten entgegenfiebern, die können über Tage oder manchmal auch Wochen aufgeregt sein, weil das Christkind bald kommt und Bescherung ist. Das ist etwas völlig anderes. Das können wir über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten.

Bei einer Panikattacke hingegen ist es so, dass sich das innerhalb eines relativ kurzen überschaubaren Prozesses abspielt. Und nicht so eine langwierige Geschichte ist. Von daher können wir daran auch schon sehen, das hat eine bestimmte Funktion, nämlich unser Überleben sicherzustellen. Und da ist das Nervensystem für einen kurzen Zeitraum auf höchste Alarmbereitschaft gestellt.

Das macht auch einen entscheidenden Unterschied aus, weil es eben kurzfristiger ist als das „sehr Aufgeregt sein“.

Tobias Arps: Also, es ist eine ganz starke Angst, die bis hin zur Todesangst geht.

Dr. Christina Wiesemann: Ja, richtig, bis zur Todesangst gehen kann. Natürlich ist es so, wenn ich über einen längeren Zeitraum sehr aufgeregt bin, steigert sich die Wahrscheinlichkeit für eine Panikattacke unter Umständen, wenn man dazu neigt oder solche Panikattacken schon erlebt hat, dann braucht es von dem erhöhten Erregungsniveau nur einen kleinen Reiz, dass eine Panikattacke auftritt.

Tobias Arps: Hier die Zusammenfassung:

Wo liegt die Grenze zwischen „ich bin sehr aufgeregt“ und einer Panikattacke?

  • „Aufgeregt sein“ kennzeichnet einen unspezifischen körperlichen Erregungszustand, der nicht zwingend von Angstgefühlen begleitet sein muss und über einen längeren Zeitraum andauern kann.
  • Panikattacken treten spontan auf und klingen bald wieder ab.
  • Panikattacken sind immer von Angst begleitet.

 

Tobias Arps: Wie lang dauert eine Panikattacke durchschnittlich?

Dr. Christina Wiesemann: Zunächst einmal, eine Panikattacke hat einen ganz typischen biologischen Ablauf.
So wie andere biologische Prozesse auch, beispielsweise nehmen wir mal den Verdauungsprozess, der hat auch einen bestimmten zeitlichen Ablauf, der Speisebrei kommt erst in den Magen, und dann werden im Darm die Nährstoffe resorbiert, bis dahin, dass wir irgendwann auf die Toilette müssen und um uns zu erleichtern.
Das hat einen gewissen zeitlichen Rahmen.

Und genauso ist es bei einer Panikattacke auch. Dieser zeitliche Rahmen ist sehr nachvollziehbar: Der zeitliche Rahmen soll uns kurzfristig die Energie zur Verfügung stellen, bei einer Panikattacke, um entsprechend eine Kampf- Fluchtreaktion bei einer potentiellen Gefahr auszulösen.

Dieses System, was dafür verantwortlich ist, das ist das so genannte Limbische System. Das Limbische System ist so etwas wie unser emotionaler Kommandoposten. Dieser emotionale Kommandoposten hat verkürzt gesagt, zwei ganz zentrale Aufgaben. Die erste Aufgabe ist es, sofort alle Reize, die wir mit unserem Sinnesapparat aufnehmen, diese Reize zu verarbeiten und sehr schnell reaktionsfähig zu sein. Das betrifft sowohl äußere Reize, als auch Reize, die mit dem inneren körperlichen Gefühl zu tun haben.

Tobias Arps: Früher waren wir in der Situation, dass wir vor dem Wolf oder dem Bären flüchten mussten, und dieses System ist bis heute immer noch wirksam. Also, dieser Schutzmechanismus wirkt immer noch in uns.

Dr. Christina Wiesemann: Richtig! Das ist unser emotionales Erbe, was uns im Laufe der Evolutionsgeschichte unser Überleben sichergestellt hat. Das kommt uns nur heute nur so befremdlich vor.

Auf den Punkt, auf den ich noch eingehen wollte, was unser limbisches System als emotionaler Wachtposten auch macht, es kontrolliert eben auch das innere Milieu.
Das innere Milieu sprich, Herzschlag, Blutdruck, dann, wie wir atmen, die Atemfrequenz, die Atemtiefe, es kontrolliert den Hormonhaushalt, das Immunsystem, bis hin zu den sexuellen Funktionen. Das heißt, es hat sehr großen Einfluss darauf, in welchem Zustand unser Körper ist. Und dieses limbische System führt das Nervensystem im Grunde an zwei Zügeln:
der eine Zügel ist der Sympathikus, der ist eben für Stressverarbeitung zuständig, und der andere Zügel ist der Parasympathikus, der ist insbesondere für Entspannung zuständig, aber auch für Verdauungsaktivität und Ruhe-Regeneration-Aktivitäten.

Wenn jetzt das limbische System vom Sinnesapparat Gefahrensignale signalisiert bekommt, dann aktiviert es das sympathische Nervensystem und damit bereitet es uns sozusagen darauf vor, jetzt schnell wegzulaufen.
Zu flüchten. Zu kämpfen. Oder auch reaktionsbereit insgesamt zu sein.
D.h. wir sind auf einem höheren Energielevel, andere Tätigkeiten wie Verdauung werden eingestellt. Es ist auch nicht mehr wichtig, analytisch und rational zu denken, um z. B. Rechenaufgaben zu lösen. Das kennt der Prüfling sehr gut bei einem Blackout. Da stehen die biologischen Funktionen im Vordergrund, die unser Überleben sicherstellen.
Das limbische System weist dann die Nebennieren an, Adrenalin, Noradrenalin und andere Botenstoffe in die Blutbahn zu schicken, um Einfluss auf die verschiedenen Funktionssysteme unseres Körpers zu nehmen, z. B. dass der Herzschlag schneller wird, Verdauungstätigkeiten eingestellt werden und andere Funktionen so eingestellt werden, dass wir alle Energie für eine Kampf-Fluchtreaktion zur Verfügung haben.

Und das ist der Rahmen, in der sich eine Panikattacke vollzieht. Deswegen kann man auch sagen, eine Panikattacke, wenn man sie voll zulässt, dauert 25 Minuten. Das ist einfach der biologische Ablauf.

Heute können wir allerdings nicht mehr kämpfen und flüchten, sondern wir sitzen meistens irgendwo im Meeting oder wir sitzen im Auto oder im Flugzeug oder zuhause auf dem Sofa ganz entspannt.

Das System wird angesprochen, das limbische System springt an, die Energie wird bereitgestellt, aber jetzt können wir diese nicht in Bewegung umsetzen. Sprich in Kampf oder Flucht. Wir können nicht wegrennen oder kämpfen und von daher muss diese Energie anderweitig abgebaut werden.
Und das ist das, was wir beim Abklingen einer Panikattacke noch bemerken. Langsam fahren wir wieder runter und das passiert in 25 Minuten, wenn man die Angst voll und ganz zulässt und sie nicht unterdrückt.

Tobias Arps: Das fassen wir auch in einer Übersicht nochmal zusammen:

Wie lange dauert eine Panikattacke?

  • Eine voll ausgeprägte Panikattacke hat einen typischen, konkret nachvollziehbaren Ablauf im Organismus.
  • Sie dauert in etwa 25 Minuten.
  • Das körpereigene Alarmsystem hat die biologische Funktion, uns vor Gefahren zu schützen, indem Energie für eine Kampf-Flucht-Reaktion bereitgestellt wird. Diese Aufgabe übernimmt das so genannte Limbische System.
  • Das limbische System reagiert auf Gefahrenreize, zum Beispiel indem es die Nebennieren anweist, Adrenalin in die Blutbahn zu schicken. Es braucht seine Zeit, bis das Adrenalin wieder abgebaut ist und die Panikattacke abklingt.


Unser Tipp:

Versuchen Sie nicht, eine auftretende Panikattacke zu unterdrücken, sondern lassen Sie sie voll zu!

 

Weiter geht es mit dem Video „Was Sie bei Angstattacken tun können – Teil2“

 

Dr. phil. Dipl.- Psych. Christina M. Wiesemann

Dr. phil. Dipl.- Psych. Christina M. Wiesemann

Geb. 1965, studierte Psychologie in Münster/ Westfalen und promovierte in Hamburg. Dr. Wiesemann verfügt über sehr umfangreiche Erfahrungen in der ambulanten und stationären Psychotherapie verschiedenster psychischer Störungen, im wissenschaftlichen Bereich sowie in der Aus- bzw. Weiterbildung und Supervision.

Sie war in folgenden Kliniken als Mitarbeiterin tätig:

  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster
  • Westfälisches Zentrum für Forensische Psychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Lippstadt
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitäts-Krankenhauses Eppendorf in Hamburg


Dr. Wiesemann hat sich in folgenden psychotherapeutischen Verfahren bzw. Methoden qualifiziert:

  • Verhaltenstherapie (seit 1993 Zulassung i.R. der vertragsärztlichen Versorgung)
  • Klinische Hypnose (nach Milton Erickson)
  • Kommunikations-, Paar- und Sexualtherapie
  • EMDR (nach Shapiro, spezielles Verfahren zur Traumatherapie)
  • Neuro-Psychologische Integration (NPI) ist ein von Dr. Wiesemann neu entwickeltes Therapieverfahren.

In ihrer empirischen Arbeit zur Erlangung des Titels zur Doktorin der Philosophie untersuchte sie die Indikation für stationäre und ambulante Verhaltenstherapie. Heute ist Dr. Wiesemann als approbierte Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis in München niedergelassen und hält Seminare und Workshops.


Dr. Wiesemann ist Autorin folgender Hörbücher:

Kopfschmerz
Spannungskopfschmerz verstehen, bewältigen und auflösen

Erfolgreich Abnehmen durch Emotionale Intelligenz
Wie Sie erfolgreich mit Emotionaler Intelligenz abnehmen und das reduzierte Gewicht dauerhaft halten können

Erfüllter Leben mit Achtsamkeit
Sieben wirksame Übungen für jeden Tag

Muskel-Entspannung
Einführung und Training der Progressiven Muskelentspannung nach E. Jacobson

Atem-Entspannung
Ein 3-Schritte-Übungsprogramm zu körperlichem und seelischen Gleichgewicht

10-Minuten-Entspannung
Sieben wirksame Übungen für jeden Tag

Angst- & Panik-Attacken
Den plötzlichen Alarm im Körper
verstehen, bewältigen und auflösen.

Burnout
Wie Sie mit dem Work-Life-Balance-Programm aus der
Erschöpfungsspirale aussteigen können

Schlafstörungen
3-Schritte Programm gegen Einschlaf- und Durchschlafstörungen

Keine Angst vor der Zahnarztbehandlung
Wie Sie wirksam Ihre Angst mit Verhaltenstherapie und den Schmerz
mit Hypnose überwinden können.

Grübeln stoppen, Sorgen vertreiben
Das Entwöhnungsprogramm gegen sorgenvolles Grübeln.

Erholsame Ruhe
Ohne Anstrengung zu innerer Ausgeglichenheit.
Das Potenzial der Phantasie nutzen!

Innere Tiefe
Eigene Gefühle und Bedürfnisse ergründen.
Das Potenzial der Phantasie nutzen!

Die 10-Minuten-Energetisierung
Sieben wirksame Übungen für jeden Tag

Glücklich und zufrieden leben
Wie Sie Ihre Lebensfreude steigern können

Wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt!
Das Selbsthilfebuch gegen Angst- und Panikattacken

WENN DER KÖRPER PLÖTZLICH ALARM SCHLÄGT!
Das Selbsthilfebuch bei Angst- und Panik-Attacken von Dr. Christina Wiesemann

Panikattacken überfallen Betroffene wie aus heiterem Himmel mit Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Kribbeln, Taubheitsgefühlen, Druck in der Brust und anderen schweren Symptomen, die mit Angst vor existenzieller Bedrohung einhergehen. Nur wenige Betroffene können die Beschwerden richtig einordnen und nur ein geringer Teil erhält eine angemessene Therapie. In ihrem kompakten und praxisorientierten Selbsthilfebuch stellt die Autorin ihren Therapieansatz vor, der die bewährten Methoden der Verhaltenstherapie mit weniger bekannten Methoden wie der Klopfakupressur, bestimmten Atemtechniken und der Stimulation von Hirnregionen verbindet. Anhand von Fallbeispielen zeigt sie, wie die von ihr entwickelte Neuro-Psychologische Integration (NPI) einen eindeutig positiven Einfluss auf Angststörungen nehmen kann.

natur & heilen – die Monatszeitschrift für gesundes Leben
Ausgabe Februar 02/2013 Seite 56

 

 

Wer von Angst- oder Panikattacken betroffen ist und dieses Selbsthilfebuch kennenlernt, kann sich glücklich schätzen.

Die Diplom-Psychologin Dr. Christina Wiesemann bietet den Betroffenen spürbare Erleichterung durch sofort helfend wirksame Erklärungen. Sie vermittelt ein tiefgehendes Verständnis für die körperlichen Abläufe der ängstigenden Symptome und führt in Therapiemethoden ein, die die Betroffenen auch in Eigenregie anwenden können.

  Der Ratgeber ist in einem persönlichen Stil verfasst, der dem Leser das Gefühl vermittelt, dass er sich in einer Gesprächssituation mit der Autorin befindet. Auf behutsame Weise geht Dr. Wiesemann auf genau die Fragen ein, die sich dem von einer Angststörung betroffenen Menschen stellen. Habe ich eine bedrohliche körperliche Krankheit? Was passiert mit mir während einer Panikattacke? Woher kommen diese Phänomene? Und vor allem: Was kann ich unternehmen; wie kann ich mir helfen?

  In angenehmer Art sind hier fachliche Kompetenz und Einfühlungsvermögen miteinander verbunden. Ob es um die Konditionierung geht, um positive und negative Verstärker oder um die Signalübertragung im Nervensystem – stets bringt die Autorin die Zusammenhänge komprimiert auf den Punkt, ohne den Leser mit allzu fachspezifischen Details zu überfrachten.

  Einzig die eher intern angebrachte Kritik an Wissenschaftlern, die neue Therapieverfahren wie die Eye Movement Desensitization and Reprocessing Therapy (EMDR) nicht anerkennen (S. 50) irritiert den Laien in diesem doch für Betroffene gedachten Umfeld.

  Konkrete neue Erkenntnisse können die Leser sammeln, wenn sie die in dem Buch enthaltenen Übungen durchführen. Von Gedanken-Experimenten über Fragebögen bis hin zu Akupressur-Techniken reichen die anschaulichen Anleitungen und Anregungen. Zudem steckt der Ratgeber voller Merksätze, die Betroffene als Richtschnur für die Angstbewältigung nutzen können. Auch wenn gerade kein Freund in der Nähe ist, wenn die nächste Attacke einsetzt, ist man dank einiger gut eingeprägter Erklärungen und Regeln in der Situation nicht allein, sondern hat eine gedankliche Stütze stets bei sich.

  Übersichtlicher ausfallen dürfte die Tabelle für das Angsttagebuch, die zu wenig Platz für Notizen lässt und nur das Eintragen von zwei Panikattacken pro Tag vorsieht, deren Verlauf zudem ungünstig in abwechselnden Zeilen geschildert werden soll. Hier empfiehlt sich ein zusätzliches Tagebuch für frei formulierte Notizen. Wenig aussagekräftig scheint es zu sein, für einen Tag einen durchschnittlichen Angstwert zwischen 0 und 100 Prozent zu bilden. Vermindert sich die Bedeutung einer mit 80 Prozent Stärke empfundenen Panikattacke dadurch, dass sie die einzige an dem Tag war?

  Für ganz Mutige gibt es Anleitungen zum Konfrontationstraining. Doch da dieser Ratgeber beim Kenntnisstand von Menschen ansetzt, die sich erstmals über die Hintergründe ihrer Panikattacken informieren, wird in diesem Kapitel deutlich, dass selbst dieses wertvolle Buch keine Therapie ersetzt. Auf jeden Fall erleichtert es den Betroffenen den Einstieg in eine umfassende Bearbeitung ihrer Ängste mit Unterstützung eines Therapeuten und kann ihnen helfen, die Wartezeit auf den nächsten Termin auszuhalten, oder – wie es vom Patienten nicht selten empfunden wird: zu „überleben“.

Ellen B., Münster

 

 

Besser geht’s nicht.

Was mir generell an diesem Buch sehr gut gefällt, ist die Übersichtlichkeit des Aufbaus und, dass es für jeden sehr verständlich geschrieben ist. Was eine Panikattacke ist und welche Ursachen sie hat werden anschaulich erklärt. Auch werden die Unterschiede zwischen „normalen“ und „krankhaften“ Angstzuständen deutlich gemacht. Als Betroffener fühlt man sich mit seinen Problemen verstanden und sozusagen „an die Hand genommen“.

Das Krankheitsbild wird einem genau erklärt und dies allein hat schon eine gewisse beruhigende Wirkung. Man erhält eine genaue Anleitung zur Selbstdiagnose und durch die Checkliste wird das Einordnen der eigenen Beschwerden erleichtert. Es wird aber auch zu einer ärztlichen Untersuchung geraten, um eventuelle organische Ursachen auszuschließen. Gut gefallen haben mir auch die physiologischen Hintergründe (die Singnalübertragung im Nervensystem) und die dort greifenden Therapiemöglichkeiten durch Antidepressiva.

Das Buch liefert außerdem noch wertvolle und ganz konkrete Anleitungen, die dem Betroffenen helfen, Angstzustände aus eigener Kraft unter Kontrolle zu bringen. Dies geschieht durch das Wahrnehmungstraining, Konfrontationstraining, durch die gedankliche Neubewertung und die Selbstbehandlung mit Akupressur. Auf einen Punkt gebracht: besser geht’s nicht.

Eaglebold

 

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